87 anwesende Delegierte und Ehrenmitglieder fanden sich am Samstag, 2. März 2019 zur 41. Delegiertenversammlung von Swiss Orienteering in Wil SG ein. Es sollte eine der hitzigeren und längsten DV’s werden.

Entsprechend endete die 41. DV denn auch mit einem Votum eines ehemaligen Verbandsfunktionärs, wonach er zutiefst enttäuscht sei, eine solch negative Stimmung noch nie erlebt habe und hoffe, dass der Umgangston wiederDV Saal Totale das gewohnte „OL-Niveau“ erreiche.

Aber der Reihe nach: Nach der sympathischen Begrüssung durch den Stadtrat Daniel Stutz, der unter Anderem die hohe OL-Affinität der Region Wil unterstrich, nahm die DV spürbar an Dynamik auf. Angefangen beim Protokoll, über den Jahresbericht bis zum Jahresabschluss 2018 und dem Budget 2019 mussten sich fast ausnahmslos alle anwesenden Vertreter des Zentralvorstands und der Geschäftsleitung kritische Voten anhören.

Moniert wurde beispielsweise einmal mehr die fehlende Transparenz der Darstellungsform von Jahresrechnung und Budget. Die Tatsachen, dass der neue Finanzchef Matthias „Mias“ Scherrer diesen Prozess inskünftig anders aufgleisen und sich der Zentralvorstand an seiner nächsten Klausurtagung auch Gedanken machen werde, ob das Budget bereits im Spätherbst präsentiert werden sollte, wurden positiv aufgenommen. Ebenfalls die aufgezeigte Kostentransparenz am Beispiel sCOOL, die inskünftig auch für die übrigen Programme so präsentiert werden soll. Trotzdem wurde die Jahresrechnung 2018 erst nach langen Diskussionen, die sich primär um periodengerechte Abgrenzungen und um die Rückstellungen von J+S-Geldern drehten, genehmigt. Dies mit dem Zusatzantrag, dass diese Rückstellungen von J+S-Gelder im Umfang von 156‘000 Franken gebildet und in die Jahresrechnung 2018 integriert werden müssten, wodurch sich das neue Minus neu auf 336‘000 Franken beläuft.
Ebenfalls länger diskutiert wurde über das Budget 2019. Nach dem grossen Verlust der Jahresrechnung 2018 wurde im Budget 2019 ein Minus von 25‘000 Franken präsentiert. Der Antrag, das Budget zurückzuweisen, wurde mit 21 Ja- gegenüber 65 Nein-Stimmen bei 23 Enthaltungen abgelehnt. Entsprechend wurde anschliessend das Budget 2019 angenommen. Dies verbunden mit dem Versprechen des Zentralvorstands, den Budgetprozess anzupassen und Massnahmen gegen das strukturelle Defizit, das insbesondere in Jahren ohne Swiss O Week droht, frühzeitig anzugehen.

Nach den Voten gegenüber dem Marketingteam wurde aufgezeigt, dass das Niveau nicht nur gehalten werden konnte, sondern dass sich die Sponsoringeinnahmen gegenüber den letzten Jahren sogar erhöht haben – bei heutzutage sehr schwierigen Zeiten, die im Bereich Sponsoring auch andere Sportverbände und ebenfalls das OK des OL-Weltcups deutlich spüren. Und dies trotz respektive auch dank der Tatsache, dass Coop als neuer Titelsponsor gewonnen werden und mit Coop FamCOOL ein neues Familienprogramm aufgebaut werden konnte, das in der Aufbauzeit auch viele Ressourcen gebunden hat, die ab diesem Jahr auch verstärkt wieder in die Akquise von neuen Partnern gesteckt werden sollen.

Bei den WO-Änderungen wurde den Anträgen des Zentralvorstands gefolgt. Der Antrag, die Verbandsabgabe bei mehrfachen Vereinsmitgliedschaften nur einmal bezahlen zu müssen, wurde mit 27 Ja- gegenüber 84 Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Die Anträge des Zentralvorstands zum Kartenreglement 2019 wurden grossmehrheitlich angenommen, ebenfalls jener, dass Swiss Orienteering ins Handelsregister aufgenommen und damit wirtschaftlich sichtbar wird.

OL-Bäume für ausserordentliche Leistungen erhielten heuer das OK der EOC 2018, Patrick Kunz, Martin Streit undDV Ehrung Beat Imhof.

Beim Traktandum Wahlen hat Jürg Hellmüller nach sechs Jahren als Verbandspräsident seinen Rücktritt aus dem Zentralvorstand per nächster DV 2020 angekündigt. Dann soll auch eine Nachfolge des zurückgetretenen ZV-Mitglieds Christine Brogli präsentiert werden können. Gesucht wird eine Person mit juristischem Background. Sven Schöpfer wurde zudem einstimmig in die Rekurskommission gewählt.

Und zu guter Letzt: Den Bambi-Cup konnte Mark Aegler (einmal mehr) für sich entscheiden.

 

(Foto: Simon Laager / Text: Simon Laager, Jürg Hellmüller, Martin Gygax)

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