file SOLV und Datenschutz

Mehr
4 Jahre 2 Monate her #303 von Peter Fritschy
Kapitel 3 - Die Umsetzung des Sponsoring Projekts
Das Formular und die Sponsorenliste auf der Homepage von Swiss Orienteering

Hast du die im Begleitbrief zum Magazin erwähnten Partnerangebote schon gefunden? Hier ist der Link: www.swiss-orienteering.ch/de/partnerangebote

Da steht verklausuliert geschrieben: 'Die Sponsoren verlangen heutzutage kundennahe Partnerschaften (...)'. Im Klartext heisst das: die Sponsoren wollen deine Adresse. Die Adressen von sportlichen (und jungen) Personen sind besonders gefragt.

Korrekt wird auf der Web-Seite erwähnt, dass du Swiss Orienteering und seinen Partnern deine Daten zur Verfügung stellst (inkl. Geburtsdatum und Telefonnummer). Die Partner sind weiter unten erwähnt. Nicht zu finden in der Liste ist die SWICA. Ist die Liste abschliessend? Oder gilt deine Einverständnis-Erklärung auch für weitere Sponsoren? Wird transparent informiert, wer die aktuellen Partner sind (z.B. in einer (nicht versteckten) Liste auf der Homepage von Swiss Orienteering?). Dass das Geburtsdatum abgefragt wird sieht sehr danach aus, dass die Daten auch an die SWICA gehen werden.

Nachdem du das Formular abgeschickt hast (aktiver Vorgang, korrekt einem Opt-IN-Verfahren entsprechend), bist du mit all deinen Daten in einer Liste registriert, die an die Partner geschickt wird. Die Partner dürfen dich ein Mal pro Jahr kontaktieren. Die Mail-Adresse stellst du nur für den Newsletter zur Verfügung! Es wäre also illegal, auch die Mail-Adresse an die Partner zu schicken.

Du kannst dich aus der Liste entfernen lassen, indem du ein Mail an info [AT] swiss-orienteering [PUNKT] ch schickst. Nicht korrekt ist, dass du in Zukunft eine Checkbox in der Läufer-DB ANwählen kannst, um aus der Liste AUSgetragen zu werden. Die Verantwortlichen der Läufer-DB haben da eine andere Lösung vorgesehen.

Noch eine Bemerkung zur Bewirtschaftung der Liste: Zurzeit werden die Daten in einer Excel-Tabelle auf der Geschäftsstelle (GS) zusammengetragen. Der SOLV plant, die Liste über die Läuferdaten zu administrieren (mittels Checkboxen). Die Details dieser Übertragung wird die GS zusammen mit der Fachgruppe IT regeln. Schon jetzt zeichnen sich aber Probleme ab, die nicht so einfach zu regeln sind:
  • Ist die Adresse in den Läuferdaten identisch zur hier angegebenen Adresse?
  • Die Läuferdaten enthalten weder Geburtsdatum noch Telefonnummer; wie sollen diese Informationen gespeichert werden?
  • Darf die GS die Daten von Läufern ändern?
  • Bedeutet eine angekreuzte Checkbox dass die Mail-Adresse verwendet werden darf?
Die Fachgruppe IT wird einer Übertragung der Informationen in die Läuferdaten nur zustimmen, wenn alles korrekt nach geltenden Datenschutz-Regeln abläuft.

Peter Fritschy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Jahre 2 Monate her #291 von Peter Fritschy
Kapitel 3 - Die Umsetzung des Sponsoring Projekts
Die Umsetzung durch den Zentralvorstand

Jetzt ist es also da. Das Swiss Orienteering Magazin Ausgabe Mai 2018, verschickt an alle OL-Haushalte - mit Bewilligung der Fachgruppe IT (dieser Versand hat ja den Charakter eines Newsletters im Interesse des OL). Auch an EU-Adressen wurde das Magazin verschickt; das ist schon etwas heikler (ist das noch konform zur Datenschutzverordnung der EU?). Es bleibt zu hoffen, dass die Geschäftsstelle beim Zusammentragen der Haushalt-Adressen aus der Läufer-Datenbank alle Adressen der Verstorbenen gelöscht hat. In den Läuferdaten ruhen diese nämlich unbehelligt und in Frieden.

Mit dem Begleitschreiben - das im Magazin steckte - wurde das Sponsoring-Projekt korrekt umgesetzt. So wie es der Zentralvorstand mit der Fachgruppte IT vereinbart hatte; nämlich mit einer Opt-IN Lösung: man muss sich aktiv auf der Homepage von Swiss Orienteering für den Wettbewerb und den Erhalt der Sponsoring-Angebote eintragen. Das Projekt ist so gemäss geltenden schweizerischen und internen Datenschutz-Richtlinien umgesetzt und kann so auch von der Fachgruppe IT unterstützt werden.

Den Text des Begleitschreibens kann ich aber nicht unkommentiert lassen. Da steht wortwörtlich: 'Wir haben uns entgegen dem allgemeinen Trend für eine transparente und defensive Variante entschieden (sog. Opt-In statt Opt-out)'. Ich weiss ja nicht, was da für Trends beobachtet wurden. Ich weiss nur, dass ab dem 25. Mai 2018 (in 10 Tagen) in der ganzen EU Werbung mit Opt-OUT verboten ist. Da steht der Leiter Kommunikation von Swiss Orienteering sicher auf dem völlig falschen Dampfer. Und immer noch nicht begriffen hat der Verfasser des Begleitbriefes, dass Swiss Orienteering als Mitglieder nur die Vereine, Regionalverbände und die Ehrenmitglieder hat. Die im Brief angesprochenen 'Mitglieder' sind gar keine Mitglieder.

Und auch den Text auf Seite 3 im Magazin muss ich beanstanden. Im ersten Abschnitt wird das ursprüngliche Projekt mit dem Opt-Out-verfahren vorgestellt. Im Abschnitt zwei wird behauptet: 'Der ZV hat sich damals (...) für ein korrektes Verfahren gemäss gültigem schweizerischem Recht entschieden'. Hier wird aber schlicht unterschlagen, dass weder dem Verbandsjuristen noch dem Datenschutzbeauftragen die internen Datenschutz-Richtlinien vorgelegt wurden, die ein Opt-OUT-Verfahren eben nicht zulassen.

Peter Fritschy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Jahre 3 Monate her #238 von Peter Fritschy
Kapitel 2 - Das SWICA-Sponsoring Projekt
Der Entscheid des Zentralvorstandes (ZV)

5. April 2018
Thomas und ich werden per Mail informiert. Der ZV hat beschlossen, das Sponsoring-Projekt mit einem Opt-IN-Verfahren zu realisieren. Dass der ZV gemäss später verschicktem Protokoll den Beschluss einstimmig gefasst hat, freut mich besonders.

Wir von der Wettkampf-IT danken dem ZV für das Einlenken. So kann jetzt eine dem heutigen Datenschutz-Klima entsprechende Umsetzung des Sponsoring-Projektes in die Wege geleitet werden.

Peter Fritschy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Jahre 3 Monate her #236 von Peter Fritschy
Kapitel 2 - Das SWICA-Sponsoring Projekt
Aussprache mit dem Zentralvorstand (ZV)

25. März 2018
Einladung zu einer ausserordentlichen Sitzung des ZV für den 4. April 2018 (zusammen mit meinem Nachfolger der FG IT-Software). Der ZV möchte unser Anliegen mit uns besprechen um die Situation besser zu verstehen.

Ich nehme die Einladung an, stelle aber eine Bedingung. Aus dem Telefongespräch mit dem Präsidenten muss ich entnehmen, dass schon Versprechungen mit finanziellen Konsequenzen gemacht wurden. Daher verlange ich, dass mir die Projekt-Unterlagen mit den Details der Umsetzung sowie der Vertrag mit der SWICA zur Einsichtnahme überlassen werden. Ich möchte nicht unvorbereitet an die Sitzung gehen und mich vor vollendete Tatsachen stellen lassen. Ohne Kenntnis der genauen Sachlage könnten wir von der IT keine verbindlichen Lösungsvorschläge präsentieren. Die Sitzung wäre dann wirklich nur eine Anhörung unserer Position. Und die Position der Wettkampf-IT hatte ich im Mail an den ZV schon ausführlich dargelegt.

Nach mehreren Mails mit dem Präsidenten und dem Geschäftsführer gelingt es mir doch noch, zumindest Einsicht in den Vertrag mit der SWICA nehmen zu können. Die Projekt-Unterlagen werden mir aber nicht ausgehändigt. Dies, obwohl nach den Datenschutz-Richtlinien die Fachgruppe Wettkampftechnik (Uebergangsphase der Reorganisation) eine Bewilligung zur Datennutzung erteilen müsste (ohne Projekt-Unterlagen? Wie soll das gehen?). Die Voraussetzungen für die Sitzung sind nicht die besten.


4. April 2018
Die Aussprache

Wir - das bin ich als Verantwortlicher der FG Wettkampf-Technik, und Thomas Scherer als mein Nachfolger in der FG IT-Software - gehen zu zweit an die Sitzung. Ich werde die Datenschutz-Problematik vertreten, Thomas soll die Lösungen für die Datenschutz-gerechte Umsetzung des Projektes vortragen.

Ich lasse mir das Projekt SWICA-Sponsoring nochmals im Detail erläutern; auch ich will wissen, ob ich alles richtig verstanden habe. Im Wesentlichen sieht das geplante Projekt aber immer noch so aus wie im letzten Beitrag dargelegt. Es seien aber noch keine verbindlichen Verträge unterschrieben worden.

Danach erkläre ich dem ZV die Position aus der Sicht der Wettkampf-IT unter Berücksichtigung der bestehenden Datenschutz-Reglemente (Disclaimer der Läufer-DB und Datenschutz-Richtlinien). In der folgenden Diskussion kommt dann doch auch ein Votum, dass der ZV vielleicht in Unkenntnis der Datenschutz-Richtlinien einen falschen Entscheid gefällt haben könnte. Ein kleiner Lichtblick.

Einen wesentlichen Teil der Diskussion bestreitet aber der Verbands-Jurist. Er versucht uns zu beweisen, dass der SOLV das uneingeschränkte Nutzungsrecht für die Läuferdaten habe und damit das geplante Vorgehen des ZV rechtlich abgestützt sei. Dem muss ich entgegenhalten, dass es mir vor allem um die Glaubwürdigkeit gegenüber den Läufern gehe, denen wir (die IT-Leute, die Auswerter) immer wieder versichert haben, dass die Daten ausschliesslich für die Organisation von Wettkämpfen verwendet würden. Die Datenschutz-Regeln des SOLV und der Läufer-DB mögen laienhaft formuliert und juristisch nicht wasserdicht sein. Aber die Absicht, für was die Daten verwendet werden sollen, wurde immer klar kommuniziert. Und das heisst auch nach dem schon alten 'Bundesgesetz über den Datenschutz', dass sie nicht für Sponsoring verwendet werden dürfen.

Sehr überrascht hat mich die Aussage des Verbands-Juristen, dass der Datenschutzbeauftragte (EDÖP) gegen das Projekt nichts einzuwenden habe. Diese Einschätzung des EDÖP kann ich aufgrund der bestehenden Reglemente einfach nicht verstehen. Dem werde ich wohl noch nachgehen müssen.

Der Knackpunkt am Projekt ist und bleibt das Opt-OUT, dass sich die Läufer/innen aus einer Liste löschen lassen müssen. Für uns von der IT ist das die rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Jede und Jeder soll selber entscheiden, ob sie/er ihre/seine Daten zur Verfügung stellen will oder nicht. Mir ist bekannt - und das muss mir der Jurist nicht unter die Nase reiben - dass nach heute noch geltendem Schweizer Recht ein Opt-OUT rechtens ist. Aber dass das ab Anfang 2018 (Uebergangsfrist bis 25. Mai 2018) in der EU geltende Recht ein Opt-OUT ausdrücklich verbietet, darf in der Beurteilung nicht ausser Acht gelassen werden (das müsste auch der Jurist wissen).

Thomas schlägt dem ZV vor, dass wir den Versand des Magazins an alle OL-Haushalte als Newsletter im Interesse des OL durchgehen lassen und dazu die Läuferdaten freigeben würden. Im beiliegenden Schreiben zum SWICA-Sponsoring müsse dann aber klar stehen, dass man sich aktiv in einer Liste EINTRAGEN müsse, um von den im Schreiben angebotenen Vorteilen profitieren zu können (Opt-IN-Lösung).

Der ZV nimmt unseren Vorschlag entgegen, für uns ist die Sitzung beendet. Der ZV wird sich ohne unsere Anwesenheit beraten und entscheiden. Kann der Jurist mit seinen Spitzfindigkeiten den ZV überzeugen oder gewinnt der gesunde Menschenverstand? Thomas und ich verlassen das Sitzungszimmer mit gemischten Gefühlen. Der Entscheid des ZV soll uns am folgenden Tag mitgeteilt werden.

Und euch lasse ich auch noch bis morgen im Ungewissen. Nur ein Tipp: wartet bitte noch mit dem Löschen der Daten in der Läufer-Datenbank.

Peter Fritschy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Jahre 3 Monate her #234 von Peter Fritschy
Macht eure Kommentare bitte im Thema 'Diskussion zum Thema: SOLV und Datenschutz'. In diesem Thread (Faden, Thema) hier folgen jeweils die neuen Informationen zum Projekt SWOCA-Sponsoring.
Danke
Peter Fritschy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
4 Jahre 3 Monate her #232 von Peter Fritschy
Kapitel 2 - Das SWICA-Sponsoring Projekt
Der Eklat

7. März 2018
An diesem Datum findet die erste offizielle Sitzung der Kommission Technik (KT) in der neuen Zusammensetzung statt. Diese Sitzung ist gleichzeitig meine letzte Sitzung als Funktionär des SOLV. Ich übergebe mein Amt an die Nachfolger Meieli Sieber, Fabian Eisenbart und Thomas Scherer.

Unter Varia erwähnt Martin Gygax (administrativer Leiter der KT und Geschäftsführer des SOLV) ein Sponsoring-Projekt zusammen mit der SWICA.
Die Mai-Ausgabe des Swiss Orienteering Magazin soll an alle OL-Haushalte der Schweiz gehen. Dem Heft soll ein Begleitbrief beigelegt werden mit etwa dem folgenden Inhalt: Die SWICA wird alle OL-Läufer telefonisch kontaktieren, um ihnen ein Sonderangebot im Krankenkassen-Bereich zu unterbreiten. Wer von diesem Angebot nicht profitieren wolle, könne sich von der Liste streichen lassen (Opt-OUT-Procedere). Als Gegenleistung zahlt die SWICA einen ansehnlichen Betrag an das Projekt Swiss-O-Finder.

Bei mir läuten alle Alarmglocken.
  • Woher kommen die Adressen für alle OL-Haushalte?
  • Wenn die Adressen von der Läufer-DB stammen, dann würden sie für ein Sponsoring missbraucht, was gegen die Verwendung gemäss Disclaimer verstossen würde.
  • Warum wurde ich als Leiter der FG Wettkampftechnik nicht für eine Bewilligung angefragt, wie dies nach Datenschutz-Richtlinien nötig gewesen wäre?
  • Wie soll eine telefonische Akquisitions-Kampagne realisiert werden können, ohne dass die Daten an eine fremde Organisation herausgegeben werden?
  • Es zeugt absolut nicht von Fingerspitzengefühl, eine Sponsoring-Aktion zu lancieren, bei dem man sich von einer Liste streichen lassen muss, wenn man nicht belästigt werden will. Was passiert, wenn der Brief ungelesen weggeworfen wird?
  • Durch diese Aktion werden etliche Läufer verärgert sein und ihre Daten in der Läufer-DB löschen. Dadurch wird der mühsam aufgebaute Datenbestand lückenhaft und das Anmelden an den Wettkämpfen wird mühsam werden.
Ich protestiere, dass das nach den geltenden Datenschutz-Regeln nicht gehe. Martin Gygax meint etwas arrogant, da sei der Zentralvorstand anderer Meinung, das Projekt sei juristisch abgesegnet und werde so stattfinden.

12. März 2018
Ich schreibe ein Mail an den Zentralvorstand (ZV) und den Verbands-Juristen. Darin verweise ich auf die Datenschutz-Richtlinien und erläutere, dass das Projekt so nicht stattfinden darf. Die Datenschutz-Richtlinien lege ich als Anhang bei. Zudem verlange ich vom ZV die detaillierten Projekt-Unterlagen zur Einsichtnahme.

16. März 2018
Telefon mit dem Präsidenten von Swiss Orienteering. Der Gesprächsverlauf ist aus meiner Sicht sehr unbefriedigend. Mir scheint, dass meine Hinweise auf die bestehenden Datenschutz-Regeln nicht ernst genommen werden. Und auf das Opt-OUT-Procedere will man auf keinen Fall verzichten.

17. März 2018
Da ich beim ZV und beim Präsidenten kein Gehör für mein Anliegen finde, starte ich eine Informations- und Sensibilisierungs-Kampagne im Forum. Wenigstens die interessierten OL-Läufer sollen im Detail über die bestehenden Datenschutz-Regeln aufgeklärt werden und sich ein eigenes Bild über die korrekte Verwendung der Läuferdaten machen können.

Peter Fritschy
(Fortsetzung folgt)
Folgende Benutzer bedankten sich: Michael Huber, Thomas Curiger, Hotz Markus, Christoph Furer

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.114 Sekunden
Powered by Kunena Forum
RSS Feed