In einem turbulenten Rennen setzten sich schliesslich auch bei den Herren doch die Favoriten durch. Das Team aus Norwegen konnte das Rennen 10 Sekunden vor der Schweiz und 13 Sekunden vor den Franzosen für sich entscheiden. Die lange Zeit in Führung liegenden Letten wurden auf Rang 7 durchgereicht.

Florian Howald lief lange Zeit ganz vorne mit, schien das Gelände mit seinen steilen und unübersichtlichen Hängen18 WOC Herren mit Medaille S18 WOC Howald S im Griff zu haben, es zeichnete sich eine Übergabe ander Spitze an Daniel Hubmann ab. Bis zu Posten 14 bei der Burg Turaida, kurz vor dem Ende der Startstrecke. Den überlief er zusammen mit seinem finnischen Begleiter. Howald konnte sich gut erklären, weshalb er diesen 14. Posten unmittelbar vor der TV-Kamera schlicht übersieht: „Ich war nach dem harten Aufstieg  auf der langen Routenwahl zurück in den Zielbereich komplett übersäuert. Der Sauerstoffmangel führte dazu, dass ich glaubte, dies sei gar nicht mein Posten. Erst als mir alle Läufer entgegenkamen, habe ich meinen Fehler realisiert."

Rang 13 und 1.25 Minuten Rückstand beeindruckten indes Daniel Hubmann nicht: „Ich glaubte nicht, dass das Rennen gelaufen sei, 1.25 Minuten Rückstand ist keine Vorentscheidung in diesem lettischen Terrain. Ich selbst bin eigentlich gut gelaufen, hatte alles unter Kontrolle, am Willen hat es nicht gefehlt. Ich musste beim Posten 9 etwas suchen, und habe am Schluss zu Posten 14 einen gröberen Routenwahlfehler gemacht", sagte Hubmann, der seine mittlerweile 11. WM-Silbermedaille in Empfang nehmen durfte. Anstatt so mit den Führenden ins Ziel zu laufen verlor Hubmann rund eine Minute im steilen krautigen Aufstieg und kam so wiederum mit 1.25 Minuten Rückstand ins Ziel.

Als 9. stieg schliesslich Matthias Kyburz ins Rennen - mit einer klaren Strategie. "Ich wusste, dass ich mich auf mein Rennen konzentrieren musste." Das gelang ihm bestens, sukzessive verringerte er erst den zeitlichen Rückstand, dann verbesserte er sich Rang um Rang, da es vor der langen Routenwahl zum grosse Zusammenschluss von rund sieben Teams kam. Dadurch konnte Kyburz seine Laufstärke auf der Umlaufroute im steilen Schlussanstieg zu Posten 14 ausspielen. "Wir waren uns bewusst, dass man in diesem Gelände schnell eine Minute oder mehr verlieren oder eben aufholen kann." Aber das Gefühl, als 9. und hinter all den starken Teams zu starten, sei schon eine Belastung gewesen, sagt ein sehr glücklicher Kyburz. "Ich wollte unbedingt mit einer WM-Medaille aus dem Baltikum abreisen und bin happy, dass das gelungen ist", sagte Kyburz, welcher den Franzosen Tranchand im Schlussspurt hinter sich lassen konnte. Silber als Belohnung für eine gelungene Aufholjagd!

(Text: Roger Baumann/Martin Gygax Fotos: Rémy Steinegger)

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