Das Schweizer Team zeigt einen herausragenden WM-Start. Bei den Frauen laufen Simona Aebersold und Natalia Gemperle zu Silber und Bronze. Tino Polsini gewinnt bei seinem WM-Debüt die Silbermedaille.


Die Medaillengewinner*innen von heute

Mit einer herausfordernden Qualifikation startete die OL-WM 2024 in Edinburgh. Im Hafenviertel Leith schafften die 15 schnellsten Läufer*innen pro Qualifikationsheat den Final-Einzug. Dem Schweizer Team gelang ein guter Start in die WM. Fünf von sechs Athlet*innen erreichten ohne Probleme den Final. Einzig Florian Attinger verpasste einen Posten, musste nochmals umkehren und verlor so zu viel Zeit, um sich noch qualifizieren zu können.

Weiter ging es am Nachmittag im Zentrum von Edinburgh mit der Zielarena unterhalb des Schlosshügels. Bei strahlendem Sonnenschein boten die Organisierenden zum WM-Start eine technisch äusserst herausfordernde Bahn. Dazu trugen nicht nur die vielen schmalen Durchgänge und Treppen bei, sondern auch die künstlichen Barrieren, welche die Routenwahlen zusätzlich erschwerten. Hinzu kamen mehrere Kartenwechsel, die das Vorausplanen der Routen einschränkten.

WM-Debütant Tino Polsini kam der anspruchsvolle Sprint entgegen. Er wählte stets die optimalen Routen und zeigte von Anfang bis Ende ein herausragendes Rennen. Der Baselbieter, der bereits während der ganzen Frühlingssaison starke Resultate zeigte, krönt sich damit zum Vize-Weltmeister. Einzig der Schwede Martin Regborn, der auch physisch zu den Stärksten gehört, war schneller als der 25-jährige Schweizer. Dritter wird Emil Svensk (Schweden). «Ich kann es noch nicht ganz glauben, ich wusste, dass mir diese Art von Wettkampf liegt und natürlich träumte ich von einer Medaille, aber wirklich daran geglaubt habe ich nicht. Und auch jetzt realisiere ich noch nicht ganz, was gerade geschehen ist – einfach unglaublich! Während dem Lauf blieb ich ruhig und voll fokussiert, das war wohl das Erfolgsrezept.»

Der zweite Schweizer, Daniel Hubmann, läuft in seinem 59. WM-Rennen auf Rang 10. Er sagt zum Lauf: «Teilweise war es sehr schwierig zu erkennen, wo man durchkommt und ich musste auch stehen bleiben, um überhaupt eine Route zu finden. Es war sicher kein top Rennen, aber am Ende doch ganz solid.»

Zwei Schweizerinnen auf dem Podest

Ihrer Rolle als Favoritinnen auf Medaillen wurden die beiden Schweizer Frauen Simona Aebersold und Natalia Gemperle gerecht. Beide zeigten sich zwar mit ihrer Leistung nicht vollkommen zufrieden. Simona Aebersold musste sich trotzdem nur der Schwedin Tove Alexandersson geschlagen geben, welche ihr 20. WM-Gold gewinnt. «Ich hatte während dem Lauf kein allzu gutes Gefühl, es war sehr schwierig die verschiedenen Routen zu erkennen. Mit der Silbermedaille bin ich aber sehr zufrieden und freue mich auf die weiteren Rennen», sagt die 26-jährige Seeländerin. Natalia Gemperle läuft vier Sekunden hinter Aebersold zu WM-Bronze. «Es war einer der schwierigsten Sprints, den ich je gemacht hatte. Ich musste mehrmals stehenbleiben und es fühlte sich überhaupt nicht schnell an», zeigt sich Natalia Gemperle selbstkritisch. Die dritte Schweizerin, Eline Gemperle, wird Zehnte. «Nach einer guten Qualifikation habe ich mir fast etwas mehr erhofft, aber am Ende bin ich glücklich, dass ich überhaupt am Start dieses WM-Rennens stehen konnte, waren doch meine Vorbereitungen nicht ganz optimal», so die Stieftochter von Natalia Gemperle.

Weiter geht es am Sonntag mit der Sprintstaffel. Es laufen für die Schweiz Natalia Gemperle, Riccardo Rancan, Joey Hadorn und Simona Aebersold.

Die OL-WM mitverfolgen

Die Wettkämpfe sind live im IOF Web-TV mit deutschem und englischem Kommentar zu sehen. Weitere Informationen wie Startlisten, Ranglisten oder GPS-Tracking bietet die IOF Live-Plattform.

Swiss Orienteering informiert auf den eigenen Kommunikationskanälen ebenfalls tagesaktuell über das Abschneiden des Schweizer Teams an der WM.

Bericht SRF zum Sprint: Zusammenfassung Sprint

Resultate

Edinburgh. Orientierungslauf-WM. Sprint. Frauen (3,8 km, 70 HM, 18 Po.): 1.  Tove Alexandersson (SWE) 16:14 Min. 2. Simona Aebersold (SUI) 00:15 zurück. 3. Natalia Gemperle (SUI) 00:19. 4. Aleksandra Hornik (POL) 00:24. 5. Malin Agervig Kristiansson (DEN) 00:42. 6. Grace Molloy (GBR) 00:46. Ferner: 10. Eline Gemperle (SUI) 01:12.

Männer (4,3 km, 85 HM, 22 Po.): 1. Martin Regborn (SWE) 15:58 Min. 2. Tino Polsini (SUI) 00:23 zurück. 3. Emil Svensk (SWE) 00:27. 4. Gustav Bergman (SWE) 00:29. 5. Francesco Mariani (ITA) 00:42. 6. Tim Robertson (NZL) 00:43. Ferner: 10. Daniel Hubmann (SUI) 00:55. In der Qualifikation ausgeschieden: Florian Attinger (SUI).

(Text: Annalena Schmid, Video: Annalena Schmid, Fotos: Rémy Steinegger)