Im letzten Rennen der Weltcupsaison 2024 verpassten die Schweizer Teams einen Podestplatz. In der Staffel laufen die Schweizer Frauen auf Rang 4 und die Männer auf Rang 5.
Im Rahmen des OL-Weltcupfinals in Kuopio (FI) wurde das letzte internationale Rennen der Saison 2024 ausgetragen. Die Staffel, die im selben Gelände wie in den vorhergehenden Weltcuprennen ausgetragen wurde, bot noch einmal fordernde Wettkämpfe im finnischen Gelände.
Die skandinavischen Teams zeigten dabei erneut ihre Dominanz in ihrem Heim-Terrain. Auf der Startstrecke der Herren konnte Viktor Svensk für das erste schwedische Team bereits eine Lücke von 25 Sekunden auf die restlichen Läufer herauslaufen. Aus Schweizer Sicht zeigte Reto Egger für Schweiz 3 eine starke Startstrecke und übergab an 4. Position. „Es hat extrem Spass gemacht und ich konnte technisch genau das umsetzten, was ich mir vorgenommen hatte“, so Egger zu seinem gelungenen Saisonabschluss. Daniel Hubmann für Schweiz 1 folgte auf Rang 9 mit 46 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Jonas Egger für Schweiz 2 übergab an 19. Stelle mit 1:39 Min. Rückstand.
Auf der zweiten Ablösung machte Fabian Aebersold für das zweite Schweizer Team enorm viel Zeit gut und konnte mit nur 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze Joey Hadorn auf die Schlussstrecke schicken. „Ich hatte wirklich ein gutes Rennen, habe mich physisch super gefühlt und konnte Läufer für Läufer aufholen“, freut sich Aebersold. Hadorn konnte in der Folge nicht ganz mit dem Tempo der Skandinavier mithalten und musste, auch durch einige technische Unsicherheiten, eine Lücke aufreissen lassen. Am Ende resultierte der 5. Rang für Schweiz 2. „Leider ist meine Form nicht mehr so gut wie noch zu Beginn der Saison oder rund um die WM. Die Läufe haben auch gezeigt, dass ich im Hinblick auf die WM in Kuopio nächsten Sommer sicher noch etwas Arbeit vor mir habe“, ordnet Hadorn seinen Lauf ein.
Nicht optimal lief es Schweiz 1. Nach einem verhaltenen Start von Daniel Hubmann verlor Martin Hubmann auf der zweiten Ablösung weiter Zeit und übergab an Position 10 mit 1:43 Minuten Rückstand an Matthias Kyburz. Doch auch Matthias Kyburz gelang kein makelloses Rennen und so beendete Schweiz 1 das Rennen auf dem 12. Rang. Für Schweiz 3 reichte es am Ende für den 19. Rang.
An der Spitze des Rennens kam es zu mehreren Führungswechseln. Während sich der Schlussläufer für Schweden 1, Martin Regborn, durch einen grossen Fehler aus dem Rennen um den Sieg verabschiedete, setzten sich Norwegen 1, Schweden 2 und Finnland 1 an die Spitze. Ein Fehler kurz vor Schluss von Norwegen und Finnland nutzte Gustav Bergman (Schweden 2) gekonnt aus und führte so sein Team zum Sieg. Rang 2 ging an Norwegen, Rang 3 an Finnland.
Schwedinnen gewinnen überlegen
Auch im Frauenrennen übernahm Schweden gleich die Führung. Startläuferin von Schweden 1, Hanna Lundberg, holte bereits einen Vorsprung von fast einer Minute heraus. Sanna Fast auf der zweiten Ablösung vergrösserte diesen auf 2:41 Minuten und so konnte Schlussläuferin Tove Alexandersson ungefährdet zu einem überlegenen Sieg laufen.
Die Schweizerinnen mussten indes auf Natalia Gemperle verzichten, die nach wie vor krank ist. Paula Gross eröffnete für Schweiz 1 die Staffel und konnte an 9. Position an Inès Berger übergeben. „Durch meine Knieverletzung konnte ich in den letzten Wochen nicht optimal trainieren, technisch lief es mir heute aber sehr gut“, so Gross.
Die junge Westschweizerin zeigte eine starke zweite Ablösung, lag zwischenzeitlich gar an 2. Position und übergab am Schluss an vierter Stelle, nur zwei Sekunden hinter Finnland und zeitgleich mit Norwegen. „Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinem Lauf. Sowohl physisch als auch technisch lief es mir sehr gut“, fasst Berger ihre Leistung zusammen. Schlussläuferin Simona Aebersold, die sich gestern zur Gesamtweltcup-Siegerin krönte, startete damit in einer Gruppe zusammen mit Finnland und Norwegen. Ein Fehler zu Posten 3 kostete Aebersold jedoch viel Zeit und so verlor sie den Anschluss an die beiden skandinavischen Läuferinnen. Die Lücke konnte sie in der Folge nicht mehr schliessen und so musste sich am Ende das Schweizer Team mit dem undankbaren 4. Rang begnügen. „Es ist sehr ärgerlich, habe ich durch diesen Fehler einen Podestplatz vergeben. Danach lief es mir eigentlich sehr gut“, so Aebersold. Andrine Benjaminsen sicherte Norwegen den 2. Rang und verwies die Finnin Venla Harju auf Rang 3.
Letzter Einsatz für Kilian Imhof und Severin Howald
Mit dem Abschluss der Weltcupsaison ging auch die Zeit von Kilian Imhof als Cheftrainer des Elitekaders zu Ende. Er hat sich nach fünf Jahren in diesem Amt entschieden, beruflich eine neue Herausforderung anzunehmen. Seine Nachfolge tritt Remo Ruch an. Gleichzeitig war es auch der letzte Einsatz von Severin Howald als Herrentrainer. Auf die neue Saison hin kehrt François Gonon nach einer einjährigen Auszeit wieder zurück als Herrentrainer.
Resultate
Kuopio. Orientierungslauf-Weltcup. Staffel. Frauen (4.7-4.9 km, 135 HM, 13-15 Po.): 1. Schweden 1 (Hanna Lundberg, Sanna Fast, Tove Alexandersson) 1:25:51 Stunden. 2. Norwegen 1 (Ane Dyrkorn, Marie Olaussen, Andrine Benjaminsen) 02:37. 3. Finnland 1 (Marika Teini, Maija Sianoja, Venla Harju) 03:06. Ferner: 4. Schweiz 1 (Paula Gross, Inès Berger, Simona Aebersold) 03:50. 13. Schweiz 2 (Marion Aebi, Sofie Bachmann, Alina Niggli) 11:40. 18. Schweiz 3 (Annick Meister, Lilly Graber, Sanna Hotz) 19:57.
Männer (5.5-5.6 km, 155 HM, 15-17 Po.): 1. Schweden 2 (Albin Ridefelt, Emil Svensk, Gustav Bergman) 1:23:22 Stunden. 2. Norwegen 1 (Jorgen Baklid, Eirik Langedal Breivik, Kasper Harlem Fosser) 00:02 Min. zurück. 3. Finnland 1 (Teemu Oksanen, Eetu Savolainen, Miika Kirmula) 00:09. Ferner: 5. Schweiz 2 (Jonas Egger, Fabian Aebersold, Joey Hadorn) 02:00. 12. Schweiz 1 (Daniel Hubmann, Martin Hubmann, Matthias Kyburz) 04:33. 19. Schweiz 3 (Reto Egger, Janis Hutzli, Tino Polsini) 08:21.
(Text: Annalena Schmid, Fotos: Veranstaltungsfotos)



