Simone Niggli vor Rahel Friederich und Sara Lüscher sowie Daniel Hubmann vor Matthias und Andreas Kyburz - dies sind die Podestplatzierten des World Ranking und Swiss Orienteering Elite League Events in Kirchberg-Alchenflüh.

Für Simone Niggli war der Wettkampf in Kirchberg-Alchenflüh ein Heimspiel. Sie ist nicht nur in Burgdorf, also ganz in
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Simone Niggli...


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...und Daniel Hubmann in Aktion
 der Nähe, aufgewachsen. Ihr Stammklub, die OLV Hindelbank, hatte den zudem den Wettkampf organisiert. Sinnigerweise fand der Sprint, der für die Elite ein World Ranking Event und Teil der Swiss Orienteering Elite League war, im Rahmen der "Simone Niggli Challenge" statt. Der Verein führt seit 2013 jedes Jahr einen Lauf unter diesem Namen durch. 2013 war auch das Jahr, in dem die 23-fache Weltmeisterin ihren Rücktritt vom internationalen Spitzensport bekannt gab. Die 37-Jährige nimmt jedoch immer noch sehr erfolgreich an Wettkämpfen teil. Dass sie von ihrer früheren Klasse kaum etwas eingebüsst und selbst in der kürzesten und hektischsten Disziplin immer noch gewinnen kann, bewies sie in ihrer Heimat eindrücklich. Trotz eines veritablen Fehlstarts - "den ersten Posten habe ich völlig verhauen", so Niggli - lag sie im Ziel zehn Sekunden vor Rahel Friederich. Die in Winterthur wohnhafte Baslerin verwies wiederum Kaderkollegin Sara Lüscher um eine Sekunde auf den dritten Platz.
Nach ihrer missglückten Startphase konnte Niggli zusetzen. "Der Fehler zum ersten Posten war eine Art Weckruf für mich", sagte sie nach ihren Lauf. Sie sei danach umso zielstrebiger ans Werk gegangen und bis ins Ziel "lief es super". Wie viele andere sprach die Lokalmatadorin von einem technisch anspruchsvollen Wettkampf, der viele Routenwahlentscheide gefordert habe.
Diese Aufgabe löste nicht nur Niggli, sondern auch Simona Aebersold hervorragend. Aebersold ist erst 17-jährig (und damit 20 Jahre jünger als die Siegerin). Im Juli wurde die Bielerin in Norwegen Junioren-Weltmeisterin im Sprint. In Kirchberg-Achenflüh zeigte sie, dass sie sich auch bei der Elite nicht verstecken muss. Sie klassierte sich auf dem fünften Rang. Zwei Sekunden dahinter folgte Judith Wyder, die ihren ersten Wettkampf seit den Weltmeisterschaften bestritt.

Bei den Männern ging der Tagessieg an Daniel Hubmann. An der WM in Schottland hatte er über die Mitteldistanz und mit der Staffel Gold gewonnen, im sehr engen Sprint-Wettkampf hatte er sich aber mit Rang sechs begnügen müssen. Nun revanchierte sich der 32-Jährige auf heimischen Boden und bewies, dass er im Sprint ebenso reüssieren kann. Nebenbei stellte er die lange gültige Familienhierarchie wieder her. Sein jüngerer Bruder Martin hatte in Schottland die Silbermedaille im Sprint gewonnen, nun musste er sich mit dem sechsten Rang zufrieden geben. Ebenfalls ein Bruderduell gab es um Platz zwei: Matthias Kyburz schnappte sich diesen vor seinem grossen Bruder Andreas.
Wie Niggli schätzte auch Daniel Hubmann den Wettkampf als fordernd ein. Es seien viele Routenwahlentscheide zu treffen gewesen. "Das OL-Feeling war grösser als am WM-Sprint, wo wir das Laufgelände vor dem Wettkampf hatten besuchen können und alles bereits gekannt hatten." Es habe ihm sehr gut gefallen.
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Rahel Friederich


MatthiasKyburz
Matthias Kyburz


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Sara Lüscher


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Andreas Kyburz


Der Sprint-Wettkampf war nicht nur World Ranking Event, sondern auch Selektionslauf fürs Euromeeting, welches Ende September in Estland stattfindet. Die nächsten Selektionsläufe stehen bereits am Wochenende an. Sowohl der Nationale OL über die Mitteldistanz am Samstag wie auch die Langdistanz-Schweizermeisterschaft am Sonntag haben diesen Status. Dann wird es zudem um die Startplätze an den Militär-Weltmeisterschaften gehen. An diesen beiden Läufen wird es auch für die Juniorinnen und Junioren wieder ernst gelten. Für sie geht es um Startberechtigungen am Junioren Europa Cup (Deutschland, 9-11. Oktober).

Ranglistenspitze
DE ( 3.5 km, 25 m, 22 Po.): 1. Simone Niggli (Münsingen) 14:59. 2. Rahel Friederich (Winterthur) 15:09. 3. Sara Lüscher (Winterthur) 15:10. 4. Julia Gross (Zürich) 15:24. 5. Simona Aebersold (Brügg BE) 15:36. 6. Judith Wyder (Zimmerwald) 15:38.

HE ( 4.1 km, 30 m, 25 Po.): 1. Daniel Hubmann (Herrenschwanden) 15:14. 2. Matthias Kyburz (Möhlin) 15:28. 3. Andreas Kyburz (Winterthur) 15:39. 4. Florian Howald (Oberönz) 15:45. 5. Andreas Rüedlinger (Winterthur) 15:48. 6. Martin Hubmann (Eschlikon TG) 15:50.

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(Text und Fotos: Jonas Mathys)
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