Der Wechsel im Präsidium von Marcel Schiess (Köniz) zu Jürg Hellmüller (Speicher), die Ergänzungswahl von drei weiteren Zentralvorstandsmitgliedern sowie die Erweiterung der Verbandsstrategie mit dem Bereich "bewegen und orientieren" standen im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung von Swiss Orienteering in Murten. Marcel Schiess wurde nach sieben Jahren an der Verbandsspitze die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

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"Stabübergabe" von Marcel Schiess an Jürg Hellmüller
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Der zurückgetretene Präsident Marcel Schiess mit den "Neuen": Andrea Wyss (Vizepräsidentin), Jürg Hellmüller (Präsident) und Christine Brogli Birrer (Chefin Ausbildung)
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Das traditionelle Ehrenmitgliedschafts-Bild für Marcel Schiess
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Die Empfänger eines OL-Baums: Hansueli Steinmann und Brigitte Grüniger Huber (Vertreter OL-Weltcup), Ueli Schlatter und Hansruedi Kohler
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Martin Streit und Marcel Schiess übergaben den Prix Eco OL
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Der Murtener Stadtammann Christian Brechbühl
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Fast durchwegs wurde oppositionslos abgestimmt
Die 36. DV des Schweizerischen Orientierungslauf-Verbandes war wohl eine der kürzesten in der Geschichte: Weniger als drei Stunden dauerte die Versammlung, an der sämtliche statutarischen Traktanden und alle Anträge mit klaren Mehrheiten angenommen wurden. Die VertreterInnen aus 56 der 89 Mitgliedsvereine sowie 9 der 11 Regionalverbände - insgesamt resultierte im vergangenen Jahr ein Mitgliederzuwachs um 119 Personen auf 8497 - liessen sich nicht gross auf Diskussionen ein, und so gab es nur wenige einzelne Wortmeldungen.

Für den zurückgetretenen Präsidenten Marcel Schiess war es die letzte Amtshandlung seiner Präsidialzeit. Der Aufbau der Geschäftsstelle, das neue Erscheinungsbild des Verbandes, die Erarbeitung der Verbandsstrategie sowie die WM 2012 sind nur einige Schwerpunkte aus diesen sieben Jahren. Mit "Standing Ovations" bedankten sich die Delegierten für den Einsatz im Dienste des Verbandes, wie auch für alle zahlreichen übrigen Tätigkeiten, die Schiess im OL-Sport ausübte und teilweise auch weiter ausüben wird.

Hellmüller von der Ausbildung ins Präsidium

Als Nachfolger gewählt wurde Jürg Hellmüller, der während neun Jahren Chef Ausbildung war. In dieser Funktion wird Hellmüller von der ebenfalls neu gewählten Christine Brogli Birrer (Buckten) abgelöst. Schliesslich wählte die Versammlung auch Andrea Wyss Graber (Kriens) in den Zentralvorstand. Sie übernimmt von Hansruedi Walser (Murten) das Vizepräsidium. Walser verbleibt im Sinne eines optimalen Übergangs noch ein weiteres Jahr ZV-Mitglied. Die Delegierten hatten zudem Thomas Hodel (Bern) als Westschweizer Vertreter in der Verbandsführung zu bestätigen.

Die Jahresrechnung 2013 mit einem Ausgabenüberschuss von 25'500 Franken wie auch das Budget 2014 mit einem Defizit von 84'000 Franken passierten ebenso wortlos wie die vom neuen Präsidenten Jürg Hellmüller präsentierte Ergänzung der Verbandsstrategie. Mit "bewegen und orientieren" will Swiss Orienteering Angebote lancieren, die sich vor allem an Externe richtet, sei dies im Bereich Tourismus, Freizeit oder Gesundheitsaktivität. Zwei Pilotprojekte in Arosa und Bern sind in Vorbereitung. Zu den Marketing-Anstrengungen gehört auch ein OL-Modellanlass im Mai in Wädenswil, wo der Aussenwirkung und der Teilnahme von OL-fremden Läuferinnen und Läufern ein besonderes Gewicht beigemessen wird.

Wie an der DV auf gerichtliche Vorgabe hin bekannt gemacht wurde, konnten zwei hängige Verfahren vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen letztlich mit einer Kompromisslösung und einem Rückzug der beiden Klagen beendet werden. Dabei geht es um den Beschluss der DV vom 6. März 2010, mit dem der Zentralvorstand beauftragt wurde, Massnahmen zur Einschränkung der Handlungen von Thomas Scholl im OL zu ergreifen. Die Delegierten nahmen ohne Wortbegehren zur Kenntnis, dass der DV-Entscheid von 2010 damit aufgehoben ist.

Vier OL-Bäume verliehen

Als besonderes Dankeschön vergab Swiss Orienteering an dieser DV vier OL-Bäume: An Fausto Tettamanti (Sementina) für sein langjähriges Engagement als Kartenaufnehmer, an Hansruedi Kohler (Dörflingen) für 25-jährige Tätigkeit in der Kommission OL und Umwelt, an Ueli Schlatter (Zollbrück) für sein Engagement im Bereich Bahnlegung sowie an den Verein Swiss Cup bzw. das OL Weltcupfinal für die alljährliche Durchführung dieser internationalen, öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung.

Das Grusswort der Gemeinde Murten überbrachte Stadtammann Christian Brechbühl. Dabei konnte er unter anderem darauf verweisen, dass bei der jüngsten Murtener Sportlerehrung auch der OL mit den drei Nachwuchsläufern Flavia Lehmann, Tobias und Florian Nagel vertreten war.

Weitere Entscheidungen

  • Die Jahresberichte 2013 sowie die Planungsberichte 2014 wurden kommentarlos gutgeheissen
  • In den Statuten wurde der Fairplay-Artikel erweitert (Abstimmung mit wenigen Nein-Stimmen) und ein entsprechender Artikel in der WO eingefügt
  • Per 1. Januar 2015 wird die Kategorie Damen A mittel neu eingeführt (Entscheid mit 8 Gegenstimmen und einigen Enthaltungen)
  • Die Richtzeiten lang für die Kategorien H75, H80, D70 und D75 werden per 15. März verkürzt
  • Die Präzisierung des WO-Artikels betreffend des Tragens von GPS-Uhren wurde gutgeheissen
  • Die vor zwei Jahren testweise eingeführte Funktion des Wettkampfrichters ist in der WO nun offiziell definiert (4 Gegenstimmen)
  • Anlässlich dieser DV wurde der Austritt des Vereins "Association Championnat du Monde de Course d'Orientation 2012" vollzogen. Als neue Mitglieder aufgenommen sind der Verein OL-Weltcup-Final 2014 sowie der Verein Junioren-WM/Swiss-O-Week 2016 Engadin
  • Der Prix Eco-OL wurde an die beiden Veranstalter des nationalen OL Melchsee-Frutt sowie des nationalen OL-Weekends in Baden vergeben
    (Text und Fotos Nicolas Russi)
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